Chronik des Jagdspaniel-Klubs

Zusammengestellt von Johann Bayer

1907

Um die Wende zum 20. Jahrhundert bestanden der "Deutsche Jagdspaniel-Klub" und der „Kontinentale Jagdspaniel-Klub“ nebeneinander. 1906 kam es zur Gründung des „Kartell der zuchtbuchführenden Spezialklubs für Jagd- und Nutzhunde“, des Vorläufers des VDH, in Frankfurt am Main. Mitbegründer war Ernst von Otto, Vorsitzender des Deutschen Barsoi-Klubs und Herausgeber der Wochenschrift „Hundesport und Jagd“. Der Kontinentale Jagdspaniel-Klub war Anfang 1907 Mitglied des Kartells geworden. Er führte ein Stammbuch, veranstaltete „Spezialausstellungen“ und gab 1907das illustrierte Werk „Der Jagdspaniel, seine Erziehung und Führung“ heraus, dessen Autoren Rudolf Löns und Ernst v. Otto waren.

 

Letzterer führte auch die Geschäftsstelle dieses Klubs. Am 25. und 26. Mai 1907 fand in Hannover eine große Ausstellung von Hunden aller Rassen mit 1.103 gemeldeten Hunden, darunter 29 Spaniels, statt. Schaugelände war der alte Park der "Bella Vista". Das Kartell veranstaltete bei dieser Gelegenheit am Sonntag, dem 26. Mai seinen ersten "Kartelltag".

 

Ebenfalls am 26. Mai trafen sich in Hannover in der Villa "Bella Vista" die sechs Gründer unseres Jagdspaniel-Klubs aus der Schweiz, Holland, Belgien und Deutschland zur Gründungsversammlung: Dr. Karl von Muralt, Zürich, B. H. Paine Stricker, Bussum, A. Engelbrecht, Lüttich, Otto Jahns, Essen, Richard Koppehl, Grimmitschau/Sachsen und Bock, Hamburg.

Den Mitgliederstamm des neuen Vereins bildeten die Mitglieder des "Deutschen Jagdspaniel-Klubs" (bis dahin geleitet von Otto Jahns) und des "Kontinentalen Jagdspaniel- Klubs" - beide Vereine lösten sich auf. Zum Präsidenten wählte man Carl Martin, Würzburg. Weitere Amtsträger waren: Paine Stricker (2. Vorsitzender), Ernst v. Otto (Geschäftsführer) Bock (Kassier), Otto Jahns (Stammbuchführer), Kniep, Braunschweig (1. Schriftführer), Wicker, Schramberg (2. Schriftführer) sowie die Beisitzer Dr. v. Muralt, Zürich, Baron Sulzer-Wart (Schweiz) und Max Buxbaum, Graz. Martin verlegte seinen Wohnsitz noch im selben Jahr nach München, wodurch München zum Sitz des Vereins wurde.

 

Der Klub war wahrscheinlich schon 1907 Mitglied des Kartells geworden. Eintragungsbestimmungen für das Spaniel-Zuchtbuch wurden noch 1907 veröffentlicht. Verwaltungsstruktur, Ausstellungen, Prüfungen, Zuchtbuch und Struktur der Mitglieder zeigen, daß es sich nicht um einen deutschen Verein handelte. Er war von Anfang an eher europäisch, oder besser: „kontinental“ angelegt, mit deutlichem Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und der Schweiz - also ein Deutsch-Österreichisch-Schweizer Spaniel-Klub.

 

1908

Im ersten Zuchtbuch (Band A) waren - so die Schätzung - mit ca. 200 Hunden etwa die Hälfte der im Wirkungsbereich des Klubs vorhandenen Spaniels erfasst. Der Wirkungsbereich wird darin deutlich, dass sich unter zehn Vorstandsmitgliedern einschließlich Beisitzern und Geschäftsstelle ein Österreicher, zwei Schweizer und ein Niederländer fanden. Von den übrigen Mitgliedern wohnten 49 in Deutschland, 16 in Österreich, drei in der Schweiz und eines in Belgien. Die Herausgabe von Zuchtbüchern erfolgte von nun an regelmäßig. Die Kennzeichnung der Bände durch Buchstaben (A bis Z und im Anschluß A2 bis C2) behielt man bis 1934 bei.

1909

Auf der Generalversammlung am 3. Mai in München wurden Dr. Carl von Muralt aus Zürich zum 1. und Ernst v. Otto zum 2. Vorsitzenden gewählt, eine Kommission mit der Ausarbeitung eines Prüfungsreglements beauftragt, eine Zuchtbuch-Kommission eingesetzt und neun Klubrichter ernannt. Die Gründung von Landesgruppen lehnte man noch ab, doch wurde den österreichischen Mitgliedern freigestellt, sobald sie es für wünschenswert erachten, sich zu einer Landesorganisation zusammenzufinden. Dr. Max Buxbaum, Graz, befasste sich mit deren Aufbau. Der Klub hatte 104 Mitglieder. Die Eintragungsbestimmungen sahen vor, im Zuchtbuch nur Spaniels einzutragen, die mindestens sechs Monate alt sind, auf einer Ausstellung mit H.L.E. (Höchst lobende Erwähnung) prämiert wurden und deren rassenreine Abstammung nachgewiesen ist, ersatzweise als eintragungsfähig begutachtet wurden. Eine erste Leistungsprüfung veranstaltete der Klub am 2./ 3. Oktober in Walpertshofen bei Dachau.

1910

Während im Vorjahr Kreuzungen zwischen verschiedenen Rassen (Varietäten) noch zulässig waren, wurden die Hunde aus solchen Paarungen in der ersten und zweiten Generation seit 1910 in einer besonderen Abteilung des Zuchtbuches erfasst. 1911 In das Zuchtbuch waren bis dahin nur Einzelhunde eingetragen worden, von nun an war auch die Eintragung ganzer Würfe möglich. Eine erste Prüfungsordnung wurde beschlossen.

1912

Im Zuchtbuch Band E wurden die Rassekennzeichen (das sind die Standards) veröffentlicht für Springer Spaniel nach Arkwrigth, Springer-Spaniel nach C. A. Philipps, Cocker- Spaniel und Field-Spaniel. Häufig gab es keine Übereinstimmung mit dem Standard und oft keine Einigkeit darüber, ob ein Hund den Springern oder den Cockern zuzurechnen sei. Für Klubmitteilungen diente seit 1907, neben „Wild und Hund“, die durch Ernst v. Otto herausgegebene Zeitschrift "Hundesport und Jagd", die jedoch 1912 ihr Erscheinen einstellte. In der Folge erschienen Klubmitteilungen im "Sportblatt". Die Mitgliederzahl war auf 300 gestiegen.

1913

Der Klub wurde in das Vereinsregister eingetragen. Im Zuchtbuch Bd. F war für Springer nur noch ein Standard aufgeführt und dieser in starker Anlehnung an Arkwright.

1914

Klubmitteilungen erschienen seit Januar in der Zeitschrift "Deutscher Jäger", deren Herausgabe durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. Für nach Oktober 1914 geworfene Welpen mussten mindestens drei Generationen Abstammung lückenlos nachgewiesen werden. Nach einem Stufenplan ab 1916 vier und ab 1918 fünf Generationen. Die Mitgliederzahl war auf 350 gestiegen.

1915

Die Zuchtbuchführung wurde ab 1915 für einige Jahre in Österreich abgewickelt.

1918

Wegen des Ersten Weltkrieges fanden bis 1920 keine Versammlungen statt. Die Eintragungszahlen lagen in dieser Zeit unter 200 pro Jahr, stiegen aber nach Kriegsende rasch an.

1920

Dr. Carl von Muralt trat als 1. Vorsitzender zurück, um sich in der Schweiz dem Aufbau eines Schweizerischen Klubs zu widmen. Sein Nachfolger war Freiherr Franz von Greifenberger Meute, Gemälde in Schloss Greifenberg (Foto: Bruno Richter) Perfall. Zum 2. Vorsitzenden wurde Hans Heinrich Graf Strachwitz gewählt. Eine neue Satzung sah in der Aufbauorganisation des Klubs auch Landesgruppen vor. Es entstanden die ersten Landesgruppen im heutigen Sinne innerhalb des Deutschen Reiches. Bis 1922 waren dies: Mark Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland, Sachsen-Thüringen, Schlesien und Mecklenburg-Pommern.

1921

Die bis dahin in einer "Landesgruppe" zusammengefassten Schweizer Mitglieder gründeten am 13. Februar den Spaniel-Klub der Schweiz unter Dr. Carl von Muralt. Es erfolgte die Wiederaufnahme der Klubmitteilungen in "Deutscher Jäger". Die Größe für Cocker wurde auf 37-41 cm, die für Springer auf 42-50 cm festgelegt.

1922

Otto Beisenherz, wurde 1. Vorsitzender. Der Klub war in den Jagdzeitschriften "Jagd und Hege", "Wild und Hund" und "Deutsche Jägerzeitung" vertreten. Seit 1922 gab er die "Nachrichten des Vorstandes und der Landesgruppen" (N.V.L.) mit Ausstellungs- und Suchenberichten heraus. Auch der Österreichische und der Schweizer Klub nutzten die N.V.L. um ihre Mitglieder zu informieren. Es wurden die Gebrauchshund-Liste zur Erleichterung der Zuchtauswahl (GHL, seit 1923 im Zuchtbuch) und neue Eintragungsbestimmungen eingeführt. Eine „Verkaufsvermittlungsstelle“ war Vorläufer unserer Welpenvermittlung

1923

Die neu gegründeten Landesgruppen Bayern und Nordmark waren die siebte und achte LG des Klubs. Der Klub trat der „Deutschen Jagdkammer“ bei.

1924

Erstmals berichteten die N.V.L. über die Gründung einer Ortsgruppe in Krefeld - im heutigen Sprachgebrauch wäre das eine Bezirksgruppe. In Rheinland gab es im Jahr darauf eine Ortsgruppe Köln.

1925

Es erfolgte die Gründung der Landesgruppe Südwest als Vorläuferin der späteren LG Hessen. Sie umfasste Hessen- Starkenburg, die Pfalz, die Stadt Frankfurt/Main und Nachbarstädte. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation ging die Mitgliederzahl zurück.

1926

Ein neue Prüfungsordnung trat in Kraft, eine „Propagandastelle“ wurde geschaffen und ein Klub-Archiv (wieder) eingerichtet. Die Zuchtbuchführung übernahm Ilse Klicks.

1927

Zum 1. Vorsitzenden wurde Reg. Rat August Lang, Weilheim, gewählt, zum 2. Vorsitzenden Rittmeister Eduard Medinger in Wien, der zugleich 1. Vorsitzender des Österreichischen Klubs war. Es erging ein Aufruf zur Bildung weiterer Landesgruppen für die Gebiete Niedersachsen, Württemberg und Baden, sowie Tirol und Böhmen, weil die Gebiete der bestehenden Gruppen zu groß waren. Die "Nachrichten des Vorstandes und der Landesgruppen" erschienen wegen finanzieller Probleme nur noch sporadisch.

1928

Zusätzlich zur Gebrauchsprüfung wurde eine Anlagenprüfung eingeführt, deren Ergebnisse in die Anlagen- Zuchtliste (AZL) eingetragen wurden.

1929

Die HV am 23.3. in Frankfurt am Main löste die LG Mecklenburg- Pommern auf und teilte Mecklenburg der LG Nordmark und Pommern der LG Mark Brandenburg zu.

1930

Der Klub richtete eine Zuchtberatungsstelle (betreut von Ilse Klicks) ein und schrieb vor, dass von jeder Landesgruppe Zuchtwarte zu bestellen waren.

1931

"Der Jagdspaniel" löste die N.V.L. als Klubnachrichten ab und erschien zunächst vierteljährlich und illustriert. Der Klub schloss sich der „Gesellschaft für Hundeforschung“ an.

1932

Auf der HV am 7.2. in Berlin erfolgte eine Neueinteilung der Landesgruppen bei gleichzeitiger Reduzierung der Anzahl. Im Ergebnis bestanden noch die Landesgruppen Bayern-Südwest, Rheinland-Westfalen, Sachsen-Thüringen, Mark Brandenburg-Pommern-Ostpreußen, Nordmark und Schlesien

1933

Der Klub wurde zwangsweise in den "Reichsbund Deutsche Jägerschaft" eingegliedert und bildete in diesem die "Fachschaft Spaniels". Der bisherige 1. Vorsitzende wurde zum Reichsobmann der Fachschaft, die Landesgruppen zu Gauen. Der "Reichsverband für das deutsche Hundewesen" war die Einheitsorganisation des deutschen Hundewesens. Er teilte von nun an die Zuchtbuchnummern für alle Rassen zu, die Fachschaft gab jedoch weiter das Zuchtbuch heraus.

1934

Der Reichsobmann August Lang legte sein Amt nieder; seine Nachfolge trat Karl Freiherr Rüdt von Collenberg an. Mit der Nr. 4 (Oktober/Dezember) stellte "Der Jagdspaniel" sein Erscheinen ein.

1935

Die Klubmitteilungen erschienen seit Januar für ein Jahr in der "Rundschau für Jagd und Hundesport", im Dezember ergänzt durch ein Sonderheft mit Schau- und Prüfungsberichten. Auf der Welt-Hundeausstellung in Frankfurt am Main war ein holländischer Spaniel bester Hund der Schau. Die Zuchtbucheintragungen waren inzwischen auf rund 550 jährlich angestiegen. Die Eintragungen in die GHL erreichten mit 29 einen Spitzenwert. Die Zahl der Mitglieder lag bei 233.

1936

Die Neugründung der Landesgruppe Hessen unter dem Namen "Gau Südwest" umfasste die Gebiete Freistaat Hessen, Provinz Hessen-Nassau, Pfalz, Saargebiet, Nordbaden und einen Teil von Unterfranken. Seit Januar erschienen die Klubmitteilungen in "Zwinger und Feld".

1937

Dem Zuchtbuch wurde ein Zuchtregister angegliedert, das Würfe von nicht oder nur zum Teil jagdlich geprüften Eltern aufnehmen sollte. Der Band 1938/39, in dem dieses Register erstmals abgedruckt ist, umfasste im deutschen Teil 257 Eintragungen, während 429 Eintragungen auf das Zuchtregister entfielen.

1938

Von den Gauen Südwest und Bayern-Schwaben trennte der Klub die Gebiete Württemberg, Hohenzollern und Baden ab. Sie bildeten von nun an einen neuen Gau mit der Bezeichnung Südwest. Der bisherige Gau Südwest erhielt dagegen den Namen Gau Hessen und der Gau Bayern-Schwaben wurde in Bayern umbenannt. Mit der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich kam es auch zur Zwangseingliederung des Österreichischen Klubs als "Gau Deutsch-Österreich" und zum Anschluss an die Fachschaft Spaniels im Reichsbund Deutsche Jägerschaft. Bereits vor 1938 gab es eine "Bildersammelstelle", den Vorläufer unseres späteren Foto-Bildarchivs. Sie wurde vom Gauobmann der Mark Brandenburg betreut.

1939

Zahlreiche Amtsträger in den Landesgruppen waren zum Heeresdienst einberufen.

1940

Der Begriff "Landesgruppe" tauchte wieder in den Klubmitteilungen auf und wurde immer häufiger anstelle der offiziellen Bezeichnung "Gau" gebraucht.

1941

"Zwinger und Feld" stellte für die Dauer des Krieges sein Erscheinen ein und die Fachschaft Spaniels gab daher gemeinsam mit der Fachschaft Deutsche Jagdterrier ab April die "Mitteilungsblätter der Fachschaften Deutsche Jagdterrier und Spaniels" heraus.

1942

Die Landesgruppe Rheinland-Westfalen wurde in die Landesgruppen Rheinland und Westfalen aufgeteilt. Der Klub gab mit dem Band 1941 das vorerst letzte Zuchtbuch vor Kriegsende heraus.

1943

Zum 1. April wurden die Landesgruppen-Grenzen unter Zugrundelegung der Gaueinteilung der NSDAP neu festgelegt: I. Rheinland, II. Westfalen-Oldenburg, III. Nordmark-Mecklenburg, IV. Ost- und Westpreußen, V. Mark Brandenburg und Pommern, VI. Schlesien, VII. Hessen und Westmark, VIII. Sachsen-Thüringen, IX. Südwest, X. Bayern, XI. Südost.

1944

Auch während des Krieges waren die jährlichen Eintragungen in das Zuchtbuch ständig gestiegen und hatten 1944 ca. 850 erreicht. Eintragungen in die GHL fanden dagegen kaum statt, weil Prüfungen nur unter Schwierigkeiten abgehalten werden konnten.

1945

In diesem Jahr fanden keine Prüfungen statt und die Eintragungszahlen im Zuchtbuch gingen unter 400 zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden die Landesgruppen neu. Sie befanden sich aber in verschiedenen Besatzungszonen, deren Militärverwaltungen sich gegenüber Wünschen auf Vereinsgründungen unterschiedlich verhielten. Zunächst gab es keine Möglichkeit, eine übergreifende Kluborganisation unter dem Namen Jagdspaniel-Klub einzurichten. Am 24. November fand eine erste Gründungsversammlung der Landesgruppe Mark Brandenburg statt, die etwas später wiederholt wurde.

1946

In Berlin und Mark Brandenburg bildeten Mitglieder am 28. April den "Spaniel Klub e. V.". Wenige Tage später, am 2. Mai, hatte sich eine Gebietsgruppe West/Nordwest - bestehend aus den ehemaligen Landesgruppen Rheinland, Westfalen, Niedersachsen und Nordmark - zusammengeschlossen. Die LG Bayern hatte ihre Gründungsversammlung am 25. August. Am 24. November formierte sich die neue LG Hessen aus den Gebieten der früheren LGen Hessen und Württemberg/Baden. Hinzu kam das bis dahin zu Bayern gehörige Mainfranken. Zusammen mit der LG Bayern bildete die LG Hessen eine neue Gebietsgruppe Süd/Südwest. Versuche, in der französischen Besatzungszone, in der Pfalz und Rheinhessen eine Organisation aufzubauen, scheiterten zunächst. Um wieder eine zentrale Leitung des Klubs einsetzen zu können, bildeten die Gebietsgruppen (West/Nordwest und Süd/Südwest) sowie der Spaniel-Klub Berlin einen Zentralen Arbeitsstab (ZASt), der vorerst die Aufgaben des früheren Klubvorstands übernahm. Mit dem Band 1942/43 gelang es, in bescheidener Aufmachung, das erste Zuchtbuch nach Kriegsende herauszugeben. Schon in 1946 stiegen die Eintragungszahlen sprunghaft an: über 1150, wobei die Eintragungen in das Register (Welpen von nicht geprüften Eltern) den größten Teil ausmachten. Damit zeichnete sich eine Entwicklung ab, die sich in den nächsten Jahren noch verstärken sollte. Gebrauchs- und Anlagenprüfungen fanden wieder statt und brachten in diesem und den Folgejahren zahlreiche Eintragungen hauptsächlich in die Anlagen-Zuchtliste (AZL), in der Spitze bis 200 jährlich.

1947

Die LG Rheinland hatte sich wieder gebildet.

1948

Die o. g. Gebietsgruppen und der Spaniel Klub Berlin tagten unter Vorsitz von Freiherr Rüdt von Collenberg am 8./ 9. März in Wiesbaden. Hierbei wurde die Wiedergründung des Jagdspaniel-Klubs - auf dem Wege einer bizonalen Arbeitsgemeinschaft - praktisch vollzogen. Mit geringen finanziellen Mitteln konnten "Nachrichten des Jagdspaniel- Klubs" (N.V.L) herausgegeben werden. Zum 1. April trat eine neue Satzung in Kraft.

1949

Die weiteren, wegen des Krieges zurückgestellten Zuchtbücher konnten 1948 und 1949 bis zum Jahrgang 1947 veröffentlicht und nach Erteilung der behördlichen Lizenz konnte auch die Herausgabe von "Der Jagdspaniel" (DJ) wieder aufgenommen werden. Er erschien - bis heute ohne Unterbrechung - mit jährlich sechs Ausgaben, zunächst unter der Schriftleitung von Theo Hoff. Je Landesgruppe gab es einen Zuchtwart. Noch in DJ Nr. 2 waren die Zuchtwarte der Ostzone für Berlin-Brandenburg, Mecklenburg und Thüringen aufgeführt. Am 10. Dezember gründeten Mitglieder in der damaligen Ostzone den „Jagdspaniel-Klub 1907, Sitz Leipzig“.

1950

Freiherr Rüdt trat als 1. Vorsitzender zurück; in einem provisorischen Vorstand war Heinz Holl der Nachfolger, Vertreter war Ofm. Erich Weiß und Beisitzer Johann Heinrich von Stein. In das eigentliche Zuchtbuch waren bisher nur Würfe aus Erste Klubmitteilung nach dem Zweiten Weltkrieg: 1948, Nr. 1 7 jagdlicher Zucht eingetragen worden. Für die Eintragung nicht jagdlich gezogener Würfe diente dagegen seit 1938/ 39 ein Register als Anhang zum Zuchtbuch. Der Band 1950 enthielt diesbezüglich wesentliche Neuerungen: die Trennung zwischen Zuchtbuch und Register war aufgehoben und im folgenden Jahr war die Aufteilung durch Kennzeichnung der J-Würfe vollzogen. Das Zuchtbuch 1950 enthielt den ersten Wurf American Cocker und die erste Eintragung für English Springer Spaniel nach dem Kriege.

1951

Die schwierige Finanzlage des Klubs führte zur Auflösung der bis dahin von Peter Reuther in Duisburg geführten Geschäftsstelle. Die Aufgaben gingen auf ehrenamtlich tätige Amtsträger über: Ofm. Erich Weiß, Kaisheim, übernahm die Schriftleitung für DJ, Johann Heinrich von Stein, Köln, das Amt des Schatzmeisters und Anton Jacobs, München, das Zuchtbuchamt.

1952

Seit Anfang der fünfziger Jahre bildeten sich - unterhalb der Landesgruppen-Organisation - vereinzelt "Stammtische" und "Treffpunkte", aus denen später die Bezirksgruppen hervorgingen. So zum Beispiel 1952 in Köln. Die Westberliner Mitglieder gründeten am 28. September die Landesgruppe Berlin.

1953

Ofm. Erich Weiß wurde zum 1. Vorsitzenden und Georg Dußler zum Vertreter gewählt. Erich Weiß übernahm auch die Schriftleitung für DJ. Unmittelbar vor dem Zuchtbuch Band 1952 erschien mit großer Verspätung das Zuchtbuch 1948/49 mit einem Anhang "Ost".

1956

Am 27. Mai trat eine neue Satzung in Kraft.

1957

In Frankfurt am Main fand am 1. Juni die Jubiläums-MDV und am Folgetag eine Jubiläums-Ausstellung statt. Mitglieder in den Regierungsbezirken Koblenz, Trier und Montabaur gründeten die Landesgruppe Mittelrhein. Eine neu gebildete, vom Vorstand geförderte "AGJ" wollte die jagdliche Zucht fördern. Es entstand eine lange Diskussion um Importe im Zusammenhang mit jagdlicher Zucht.

1958

Im Zuchtbuch ist der erste Welsh Springer Spaniel eingetragen. Die Mitglieder-Delegierten-Versammlung (MDV) fand am 14./15. Juni in Koblenz statt.

1959

Die MDV am 30./31. Mai in Müden/Örtze bei Celle legte fest, dass mehrfarbige Cocker nur mit solchen Cockern gepaart werden sollen, die ebenfalls mehrfarbig sind.

1960

Der Klub beteiligte sich am ersten internationalen Präsidenten- und Richtertreffen in Langenthal, das auf eine Initiative des Schweizer Clubs zurückgeht. Hieraus entstand später der Europäische Spaniel Congress (ESC). MDV am 25./26. Juni in Bacharach am Rhein. Bruno Richter übernahm die Schriftleitung für DJ.

1961

MDV am 17./18. Juni in Heuchelheim bei Gießen; zugleich beging die gastgebende LG Hessen ihr 25-jähriges Bestehen. Ein neuer "Verein der Spanielfreunde" beschäftigte die MDV. In DJ Nr. 5 wurden Treffpunkte in einer besonderen Rubrik genannt: Köln, Düsseldorf und München. In der nächsten Nummer zusätzlich Mannheim und Frankfurt/Main.

1962

Die MDV am 26./27. Mai in Hamburg-Blankenese sprach die Empfehlung aus, Bezirksgruppen zu bilden. Präsident wurde Julius Hermann; im Jahr darauf Harry Hinckeldeyn Vizepräsident.

1963

MDV am 30. Juni in Blaubeuren; zugleich beging die gastgebende LG Baden-Württemberg ihr 25-jähriges Bestehen. Der Klub gab ein Sonderheft als Hilfe für Züchter und Spanielbesitzer heraus. Im Zuchtbuch ist der erste Irish Water Spaniel (ein Import) eingetragen.

1964

In Langenthal, Schweiz, fand das zweite internationale Präsidenten- und Richtertreffen mit Europäischer Spanielschau statt.

1965

MDV am 4. Juli in Neuß am Rhein - im Jahr 1964 war die MDV ausgefallen. Die Paarung einfarbiger und mehrfarbiger Spaniels ist nur noch mit Genehmigung der Zuchtkommission möglich.

1966

MDV am 26. Juni in Donauwörth.

1967

MDV am 1. Juli und Jubiläums-HZS (60 Jahre) in Barsinghausen. Der Jagdspaniel war das Nachrichtenorgan des JSpK und des Österreichischen Jagdspaniel-Klubs gewesen. Ab Nr. 2 veröffentlichte auch der Spaniel Club der Schweiz seine Nachrichten wieder in DJ. 1969 Die MDV am 5./6. Juli - die MDV 1968 war ausgefallen - in Warendorf/Westfalen verabschiedete eine Neufassung der ZEB und wählte Heinz Brücker in das seit Ende 1968 vakante Amt des Schriftführers.

1970

Der Europäische Spaniel Congress fand erstmals in Großbritannien (Oxford) statt, womit es gelungen war, das Mutterland der Rasse in diese Bewegung einzubinden. Die Teilnehmer unterzeichneten die Gründungsurkunde für das Spaniel Council of Europe. MDV am 11./12. Juli in Aumühle bei Hamburg. Der Vorstand stand in der Kritik, die sich insbesondere an dem Thema Stöberhund-Kommission der F.C.I. entzündete. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die eine Neuordnung des Zuchtwartewesens erarbeiten sollte. Die Hüftgelenksdysplasie wurde immer mehr zum Thema und die Zuchtkommission befasste sich damit. Eine "Werbekommission" hatte eine erste Werbebroschüre erarbeitet.

1971

Im Laufe des Jahres machten Präsident (Julius Hermann) und Vizepräsident (Harry Hinckeldeyn) durch Rücktritt den Weg für eine Neuwahl frei. Die MDV am 19. Juni in Koblenz wählte Otto Heimrich zum Präsidenten und Norbert Ell zum Vizepräsidenten.

1972

Die MDV am 17./18. Juni in Büdingen führte eine Untersuchung auf HD - zunächst auf freiwilliger Basis - ein; erste Ergebnisse finden sich in DJ 6/72. Damit ging ab 1973 - probeweise für die Landesgruppen Rheinland und Westfalen - ein Tätowierungszwang einher. Wurfabnahmen durften daher in diesen Landesgruppen nicht mehr durch Tierärzte, sondern nur noch durch Zuchtwarte erfolgen. Tätowiert wurde mit Schreibgeräten auf der Innenseite der Oberschenkel. Eine umfassende Übersicht der bestellten Zuchtwarte unter der Rubrik "Zuchtberatung durch die Zuchtwarte der Landesgruppen" enthielt erstmals DJ 3/72, womit sich eine flächendeckende Zuchtwarte-Organisation ankündigte.

1973

Die MDV am 23./24. Juni, erneut in Büdingen, befasste sich mit dem Thema Bezirksgruppen und ließ hierfür Richtlinien erarbeiten, die im Folgejahr verabschiedet wurden. Der Klub begann, in der Jagdpresse und Tierzeitschriften regelmäßig Inserate zu schalten.

1974

Die MDV am 15./16. Juni in Fulda weitete die Tätowierungspflicht bei Wurfabnahmen auf alle Landesgruppen aus. Ebenfalls in Fulda tagte im August der Europäische Spaniel- Congress. Der JSpK stellte mit Norbert Ell den Vorsitzenden des Europäischen Spaniel-Rates.

1975

Spaniels waren seit 1946 immer stärken "in Mode gekommen" und wurden zunehmend als Begleithunde gehalten, was die Zahl der gezüchteten Hunde schnell und ständig anwachsen ließ. Mit 5667 Eintragungen im Zuchtbuch war 1975 ein Rekord erreicht worden. Damit war zugleich der Anteil jagdlich gezüchteter Spaniels stark zurückgegangen. Die MDV fand am 14./15. Juni in Neustadt am Rübenberge statt. Ein "Förderkreis", der in der Art einer Arbeitsgemeinschaft die Jagd stärker in den Vordergrund stellen wollte, gab Diskussionsstoff. Ab der November-Ausgabe stand dem Klub in der VDH Zeitschrift „Unser Rassehund“ eine Spaniel-Seite zur Verfügung.

1976

Die MDV am 12./13 Juni in Neustadt am Rübenberge verabschiedete eine Ordnung für Zuchtwarte.

1977

MDV am 11./12. Juni in Krofdorf-Gleiberg; der Klub feierte sein 70-jähriges Jubiläum. Präsident wurde Harry Hinckeldeyn als Nachfolger von Otto Heimrich. In diesem Jahr fand erstmals eine Tagung der Landesgruppen- Zuchtwarte statt.

1978

Die MDV am 3./4. Juni in Krofdorf-Gleiberg wählte Dr. Peter Beyersdorf als Nachfolger von Norbert Ell zum Vizepräsidenten. Nachfolger für den verstorbenen Zuchtbuchführer Armin Mandler wurde Dietmar Schleicher.

1979

MDV am 9./10. Juni in Büdingen. Für das Folgejahr wurden einschneidende Änderungen vorgesehen: Die HD Untersuchung wurde zur Pflicht. Zuchtzulassende Formwerte konnten nur noch durch Zuchtrichter des JSpK vergeben werden. Während die Tätowierung bis dahin an der Innenseite der Oberschenkel mit Schreibgeräten üblich war, stellte man auf die Tätowierung in den Behängen mit der Zange um. Die ersten Field Spaniel nach dem Kriege wurden im Zuchtbuch eingetragen; sie waren zuvor in den Jahren 1907 bis 1914 vertreten gewesen.

1980

Die MDV am 31.5./1.6. in Bad Nauheim beriet über eine neue Satzung. Nach deren Inkrafttreten fanden MDVen nur noch in zweijährigen Abständen statt. Die Eintragung dieser Satzung wurde wegen des Angabe gemäß geänderten Vereinszwecks von einigen Mitgliedern - allerdings ohne Erfolg - angefochten.

1982

MDV und Jubiläumsveranstaltung zum 75-jährigen Jubiläum fanden am 22./23. Mai in Romrod und die Jubiläums- HZS in Pfungstadt statt. Aus diesem Anlass wurde eine umfangreichen Festschrift herausgegeben. Die MDV verabschiedete eine ZEB mit der Festlegung von HD-Untersuchungen. Zuchtbuchführer wurde Herbert Kleemann als Nachfolger von Dietmar Schleicher.

1983

Ausgehend von einer "Jagdkynologischen Arbeitsgemeinschaft" in Hessen (sie ist nicht gleichzusetzen mit unseren heutigen JAGen) entstanden Richtungskämpfe zwischen "Jagd" und "Schönheit".

1984

MDV am 19./20. Mai in Romrod. Die Epilepsie wurde zunehmend zum Thema. Im Hinblick darauf ermächtigte die MDV den Vorstand, in bestimmten Fällen den Einsatz von Spaniels zur Zucht zu untersagen. Der Forderung, Prüfungen nicht mehr hinter der lebenden Ente durchzuführen, wurde entsprochen. Mehrere Jäger verließen den Klub, nachdem es ihnen nicht gelungen war, die von ihnen gewünschte Struktur mit einem Satzungsentwurf durchzusetzen, und gründeten einen konkurrierenden "Verein Jagdgebrauchsspaniel". Dieser beantragte die Mitgliedschaft im JGHV und VDH, die damals noch das Einplatzprinzip vertraten. Im JGHV sah man den JSpK als Mitglied kritisch, weil er sich nicht ausschließlich der jagdlichen Zucht widmete - es drohte der Ausschluss.

1985

Zwischen Vertretern des JGHV, JSpK und des Vereins Jagdgebrauchsspaniel fand ein Treffen statt, das einer Verständigung dienen sollte. Der Vorsitzende des konkurrierenden Vereins versuchte, beim Registergericht München eine zwangsweise Löschung unseres Vereinsnamens zu erwirken. Nachdem Mitglieder, die mit dem Vorstand nicht zufrieden waren, eine außerordentliche MDV herbeiführen wollten, berief der Vorstand eine solche Versammlung auf den 7./8. September nach Bad Nauheim ein. Noch vor dieser MDV verstarb Johann Heinrich von Stein, der 34 Jahre lang Schatzmeister des Klubs gewesen war - Nachfolger wurde Wilhelm Richter. Zum Nachfolger des nicht mehr kandidierenden Schriftführers Heinz Brücker wählte die MDV Johann Bayer. Die Prüfung hinter der lebenden Ente wurde wieder eingeführt. Die a. o. MDV befasste sich auch mit Vorschlägen des Vereins Jagdgebrauchsspaniel für eine Neuorganisation des JSpK als Voraussetzung für die Reintegration der Mitglieder des neuen Vereins, die jedoch scheiterte. Der amtierende Zuchtbuchführer gründete im Dezember einen konkurrierenden Verein "Spaniel-Club Deutschland", was dem Vorstand und der Kluböffentlichkeit zunächst verborgen blieb.

1986

Durch ein BGH-Urteil wurde der VDH gezwungen, neue Vereine auch dann aufzunehmen, wenn bereits ein Verein im VDH dieselbe Rasse betreute. Damit war das Einplatzprinzip aufgegeben. Durch Abgänge zu "konkurrierenden Vereinen" ging die Zahl der Mitglieder, Zuchtbuch-Eintragungen und Prüfungsteilnehmer zurück. Die MDV am 7./8. Juni in St. Augustin verabschiedete eine neue Satzung, die u. a. sicherstellen sollte, dass die Willensbildung in allen Jagdkynologischen Angelegenheiten nur durch die hierfür kompetenten Mitglieder erfolgt. Dr. Peter Beyersdorf löste als neuer Präsident Harry Hinckeldeyn nach fast zehnjähriger Amtszeit ab. Das Amt des Vizepräsidenten übernahm Willi Meschede. Das Präsidium des JGHV beschloss im Juli den Ausschluss unseres Klubs aus dem Verband, wogegen der Vorstand Berufung einlegte.

1987

Aus Anlass des 80-jährigen Klubjubiläums fand eine Jubiläumsveranstaltung und eine a. o. MDV am 16./ 17. Mai am Gründungsort unseres Klubs, in Hannover, statt. Die neue VDH-Zuchtordnung führte zu Änderungen in den ZEB, u. a. zur Einführung des Livre d’Attend. Die Jubiläums-Hauptzuchtschau fand in Springe, die Jubiläums-Siegerprüfung in Wächtersbach statt. Bemühungen, zur Regelung der Mitgliedschaft im JGHV, mit dem Verein Jagdgebrauchsspaniel zu einer Verbandlösung zu kommen, scheiterten. Unser Klub blieb Mitglied im JGHV. 11

1988

Aus Kostengründen musste der Abdruck der Zuchtschauberichte in DJ eingeschränkt werden. Die MDVen sollten künftig in den Landesgruppen reihum stattfinden; begonnen wurde mit der LG Baden-Württemberg in Schwäbisch-Hall am 18./19. Juni. Der Klub gab sich erstmals eine Ehrenratsordnung. Auch der JGHV gab das Einplatzprinzip in seiner Satzung auf. Der Klub legte die deutsche Übersetzung der neuen Spaniel- Standards der F.C.I. zur Genehmigung vor und gab gemeinsam mit dem Österreichischen und dem Schweizer Klub ein Standard-Heft heraus. Nach der Besetzung eines Referates für Öffentlichkeitsarbeit wurde eine Linie für einheitliches Auftreten in der Öffentlichkeit erarbeitet. Der Klub startete eine erste Mitglieder- Werbeaktion. Besondere Themen in der Öffentlichkeit wurden das erwartete Kupierverbot und - wesentlich langlebiger und erneut - die Arbeit hinter der lebenden Ente.

1989

Der zuchtzulassende Formwert als eine Voraussetzung für die Zucht wurde durch die Zuchttauglichkeits-Bescheinigung ersetzt. "Der Jagdspaniel" erhielt ein etwas anderes Gesicht. Der Farbdruck auf den Umschlagseiten wurde zur Regel. Ein Stichwortverzeichnis erschloss das Nachrichtenorgan von 1948 bis 1988.

1990

Nach dem Fall der Mauer entstanden intensive Kontakte mit den Spanielleuten der DDR auf breiter Ebene - Kontakte Einzelner in die DDR hatte es schon immer gegeben. Dort war der Cocker-Spaniel ausschließlich jagdlich gezüchtet worden. Die Zuchtleitung Jagdspaniels war dem Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsmittelwirtschaft und dem Leiter der Obersten Jagdbehörde (OJB) unterstellt. Die Zuchtleitung Jagdspaniels betreute Cocker-Spaniel und Russische Spaniel. Dagegen waren die Züchter des Amerikanischen Cocker im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) organisiert. Nach der Auflösung dieser Organisationen gründete man neue Vereine, darunter den „Verein Jagdspaniel der DDR“. Ihm schloß sich ein Teil der Mitglieder des Vereins Jagdgebrauchsspaniel an und bildete dort die „Regionalgruppe West“. Die neuen Rassezuchtvereine der DDR fanden sich in einem Kynologen-Verband (KV) zusammen, der wiederum einen Kooperationsvertrag mit dem VDH schloß. Die Gründung des KV und damit der Kooperationsvertrag scheiterten jedoch. So kam es später zu zahlreichen Eintritten von Spanielfreunden in der DDR in unseren Klub. Die Präsidenten des Österreichischen, Schweizer und Bundesdeutschen Klubs trafen sich am 21./22. April in Höchstadt. Zu Gast war Wolfgang Schmidt als 1. Vorsitzender des Vereins Jagdspaniel der DDR. Auf der MDV in Bad-Windsheim (LG Bayern) am 16./17. Juni war der 2. Vorsitzende des Vereins Jagdspaniel der DDR, Herbert Schulz, als Gast anwesend. Der JGHV legte fest, dass nur noch Jagdscheininhaber auf Prüfungen führen sollen. Am 5. August fand in Marktredwitz eine „Dreiländereck- SZS“ statt - Aussteller und Offizielle aus Tschechoslowakei und der DDR waren der Einladung gefolgt. Bei dieser Gelegenheit wurde die Gründung der LG Sachsen vorbereitet.

1991

Es bildeten sich die ersten Landesgruppen in den Neuen Bundesländern: Brandenburg am 23. März in Zeuthen, Sachsen am 8. Juni in Chemnitz und Mecklenburg-Vorpommern am 8. Dezember in Jamel. Freunde des American Cocker gründeten am 21. April in Bissendorf eine Arbeitsgemeinschaft. Dr. Peter Beyersdorf wurde Mitglied des VDH-Vorstands und blieb dies bis 2006. Zur Welthausstellung für Rassehunde in Dortmund waren nahezu 500 Spaniels gemeldet.

1992

Gründung der LG Thüringen am 29. März in Mühlhausen. In Farchant wurde erstmals eine "Dreiländer-Schau" veranstaltet. Am 20. September fand die erste SZS für American Cocker statt. Auf der MDV in Berlin am 13./14. Juni waren erstmals Landesgruppen aus den Neuen Bundesländern vertreten. Die MDV verabschiedete eine Neufassung der Satzung, die der VDH-Mustersatzung angepasst war, sowie eine neue Prüfungsordnung. In Darmstadt-Arheilgen fand die Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft Andere Spanielrassen am 11. Juli statt.

1993

Die Klubmitteilungen erschienen aus Kostengründen nur noch viermal jährlich - bereits Nr. 5/6 1992 war als Doppelnummer herausgegeben worden.

1994

Die MDV am 29. Mai in Marburg-Michelbach (LG Hessen) wählte Walter Heyer als Nachfolger für Willi Richter in das Amt des Schatzmeisters. Der Klub übernahm die Betreuung der Rasse American Water Spaniel. Erstmals stellte der Klub den Titel Deutscher Jugend- Champion in Wettbewerb. Die LG Mecklenburg-Vorpommern löste sich auf und die Mitglieder schlossen sich der LG Nordmark an.

1995

In Sachsen-Anhalt wurde am 10. September ein Treffpunkt gegründet. Der Klub übernahm die vom VDH entworfenen „Mindestanforderungen an die Haltung von Hunden“.

1996

Auf Zuchtschauen wurden die Cocker-Spaniel nur noch in zwei Farbschlägen gerichtet. Die MDV am 22./23. Juni in Lahnstein bei Koblenz (LG Mittelrhein) legte, unter Anwendung strenger Maßstäbe, die Voraussetzungen für die Aufnahme der Zucht sowie Anforderungen an die Züchter und Zwinger neu fest. Der Klub hatte den Einstieg in das damals noch nicht weit verbreitete Internet vollzogen - zunächst als Gast beim "Elektronischen Erftkreis".

1997

Im Jahr des 90-jährigen Jubiläums fand eine Reihe großer Veranstaltungen statt: Jubiläums-Siegerprüfung mit CACIT-Vergabe in Oettingen in Bayern, Jubiläums-Verbandsschweißprüfung in Kerzendorf/Siethen, Pfostenschau für jagdlich geprüfte Spaniels in Löwenbruch und Jubiläums-Hauptzuchtschau in den Dortmunder Westfalenhallen. Zu letzterer waren 417 Spaniels aus 15 Ländern gemeldet. Der Festabend wurde mit rund 270 Teilnehmern im Goldsaal der Westfalenhallen begangen.

1998

Die MDV in Büdelsdorf setzte einen "Ausschuss 2000" ein, der sich mit Struktur, Organisation und Entscheidungsprozessen des Klubs befassen und Vorschläge für Änderungen erarbeiten sollte. Die Versammlung verabschiedete eine neue Ordnung für Zuchtwarte. Auf Zuchtschauen entfällt die Ermittlung der Farbschlagbesten. Die MDV wählte Willi Meschede zum Schatzmeister als Nachfolger von Walter Heyer und Renate Wulff übernahm das Amt der Vizepräsidentin.

1999

Nachdem DJ über sechs Jahre mit nur vier Heften jährlich erschienen war, kehrte der Klub zur zweimonatlichen Erscheinungsweise mit sechs Heften pro Jahr zurück. Außerdem gab es von nun an durchgängig farbige Titelseiten, eine veränderte Gestaltung und es wurde der Abdruck der kompletten Zuchtschauberichte wieder aufgenommen. Unter Moderation des damaligen Web-Masters bildete sich ein "E-Mail-Kreis" von dem viel Unruhe ausging. Der Klub trennte sich von seinem Web-Master und verschaffte sich mit Hilfe von Herrn Dr. Ijewski kurzfristig einen neuen Internet-Auftritt unter neuen Adressen.

2001

Die Tierschutz-Hundeverordnung, die u. a. das Kupierverbot enthielt, trat in Kraft. Mit dem Wechsel in der Geschäftsstelle wurde eine Umstellung der Arbeitsabwicklung und die Einführung einer neuen Software verbunden.

2002

Der Europäische Spaniel Congress tagte im Juli in Nürtingen und damit nach 28 Jahren wieder in Deutschland. Das Ereignis war mit einer Europäischen Spanielschau verbunden, die - zum 95-jährigen Jubiläum - zugleich eine Jubiläums-Klubschau war. Leider trat noch vor der Schau, Anfang Mai, das in der Tierschutz-Hundeverordnung vorgesehene Ausstellungsverbot für kupierte Hunde in Kraft. Die MDV am 8./9. Juni in Herdecke ordnete die Prüfungsarten neu und beschloss erstmals eine DNA-Pflichtuntersuchung für Engl. Springer. Im Vorstand übernahm Uwe Sommer das Amt des Schriftführers von Johann Bayer. Eine Jubiläums-Siegerprüfung fand im Oktober in Malchow statt.

2003

Dortmund war vom 25. Mai bis 1. Juni Schauplatz der Welt- Hundeausstellung. Es waren 563 Spaniels gemeldet - Spaniels stellten zwei Weltsieger und einen Weltjugendsieger. 2004

Die MDV in Pleinfeld beschloss nach einer Probephase die Aufnahme der Augenuntersuchung in die ZEB. Dr. Peter Beyersdorf wurde für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Zum Schriftführer wurde Peter Aerts als Nachfolger von Uwe Sommer gewählt. Neue Vorschriften des VDH für das Zuchtschauwesen waren zu übernehmen, dadurch entfiel die Zuchtklasse. Die Landesgruppe Mittelrhein löste sich durch Beschluss ihrer Hauptversammlung auf; ihre Mitglieder gingen auf die LGen Rheinland, Hessen und Baden-Württemberg 2000 über. Erstmals fand in Köln die Klubschau statt. Die MDV am 17./18. Juni in der Winterscheider Mühle befasste sich mit den Ergebnissen des 1998 eingerichteten "Ausschuss 2000". Die Versammlung machte die Augenuntersuchung vor Zuchteinsatz zur Pflicht und ließ die Kennzeichnung mit Chip, bei Verzicht auf die Tätowierung, zu. Welpenkäufern muss künftig eine Kopie des Wurfabnahmeberichts ausgehändigt werden. Dr. Peter Beyersdorf übernahm den Vorsitz im Europäischen Spanielrat. Hermine Bonin trat als Schriftleiterin die Nachfolge von Bruno Richter an, der dieses Amt über 40 Jahre innehatte.

2005

Der Klub beteiligt sich an einem Forschungsprojekt "Fortbewegung des Hundes" der GfK und der Universität Jena.

2006

MDV am 10./11. Juni 2006 in Egestorf. Themen waren insbesondere DNA-Analysen auf Erbkrankheiten, eine Arbeitsgruppe "Zukunft jagdliche Zucht" und Beschränkung der Farbschläge für American Cocker auf Spezial- Zuchtschauen. In den Vorstand wurde als Vizepräsidentin Ulrike Linden als Nachfolgerin für Renate Wulff gewählt.

Hinweis:

Die Darstellung unserer Klubgeschichte beruht i. W. auf der Auswertung unserer Klubmitteilungen, der Zuchtbücher und einiger zusammenfassender Darstellungen. A) Die Klubmitteilungen finden sich in bzw. unter nachstehenden Zeitschriften und Titeln: Hundesport und Jagd, Organ für Züchter und Liebhaber reiner Rassen, hrsgg. v. Ernst v. Otto, München: J. Schön Nachrichten des Vorstandes und der Landesgruppen des Jagdspaniel- Klub e.V., Sitz München (Titel mehrfach variierend) Der Jagdspaniel (Untertitel variierend) Rundschau für Jagd und Hundesport. Amtliches Organ des Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH) Zwinger und Feld. Zeitschrift für Jagd und Gebrauchshundwesen. Amtliches jagdkynologisches Organ des Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH), (Untertitel in der Folge variierend) Mitteilungsblätter der Fachschaften Deutsche Jagdterrier und Spaniels Mitteilungsblatt der Fachschaft Spaniels e.V., Sitz München, dem R.D.J. angeschlossen B) Zuchtbücher A (1909) bis ca. 1960 C) Zusammenfassende Darstellungen zur Klubgeschichte: Beyersdorf, Peter: Das Selbstverständnis des Jagdspaniel-Klub, in: DJ 1982, Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, Sondernummer, S. 30-33 ders,: Zum Jubiläum, in: DJ 1987 Nr. 3, S. 3-5 ders.: 90 Jahre Jagdspaniel-Klub, in: DJ 1997, Festschrift, S. 13- 16 Chronik des Deutschen Hundewesens. Eckdaten zur Geschichte des VDH (Beilage zu UR 10/2006) Lang, A.: 25 Jahre Jagdspanielklub, in: DJ 1932, Heft 2, S. 29. R. (= Reuther, Peter): Aus der Zeit des alten Klubs, in: NVL 1948, Nr. 1 Richter, Bruno: Ein Blick zurück, in: DJ 5/68 bis 3/69 ders.: Die Präsidenten, in: DJ 1982, Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, Sondernummer, S. 13-15 ders.: Spanielzuchtbuch und Zuchtbuchführer, ebd. S. 16ff ders.: Die Schriftleiter, Klubzeitschriften, unsere Zeitschriften und Spanielbücher, ebd. S. 26-29 Uck-Koglin, Heike: Berlin, in: DJ 1997, Festschrift, S. 103-105 Weiß, Erich: 50 Jahre Jagdspaniel-Klub, in: DJ 1957, Nr. 3 (Jubiläumsnummer) Bayer, Johann: 1907-1997 Eine Chronik, ebd. S. 187-194 ders.: Die vergangenen fünf Jahre, in: DJ 1987 Nr. 3, S. 5-7