Was ist Dummyarbeit

von Sandra Schick

Eine kurze Einführung

Dummyarbeit ist einfach ausgedrückt eine Simulation von Jagdsituationen, bei der auf das Arbeiten mit echtem Wild verzichtet wird. Spaniels sind von ihrem Ursprung her Jagdhunde (FCI-Gruppe 8: Apportier-, Stöber- und Wasserhunde). Daher ist die Arbeit mit Dummys gut geeignet, um Spaniels entsprechend ihren natürlichen Anlagen auszulasten.

Historie
Das Training mit Dummys wurde in Großbritannien erfunden. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kamen die britischen Jäger auf die Idee, Leinensäckchen zu füllen und als Wildersatz für das Training zu nehmen
– der erste Dummy (= engl. Attrappe) war erfunden.

Das Training mit Dummys hatte für die Jäger zwei entscheidende Vorteile:
Erstens können mit Dummys junge, unerfahrene Hunde ausgebildet werden, ohne dabei unnötig Wild zu „verbrauchen“. Denn waidgerechtes Arbeiten ist eigentlich nur mit einem schon ausgebildeten Hund möglich. Zum Zweiten konnten durch Dummys schon fertig ausgebildete Jagdhunde außerhalb der Jagdsaison trainiert werden. Dadurch konnte der Leistungsstand der Hunde auf einem kontinuierlichen Level erhalten werden.

Dummyarbeit heute

Inzwischen haben viele Hundehalter von Jagdhunden die Dummyarbeit für sich entdeckt. Dadurch hat sich das Training mit Dummys weit verbreitet und ist längst auch außerhalb der Jägerschaft bekannt. Es gibt immer mehr Hundehalter, die Dummyarbeit als Alternative zu Hundesportarten wie Agility, Obedience & Co. betreiben. Die Dummyarbeit hat sich mit den Jahren als ein eigener Hundesport, mitsamt Wettbewerben, den sogenannten „Workingtests“, etabliert.
Die Aufgaben in den Workingtests sind stark an den Anforderungen in der jagdlichen Praxis orientiert. Es werden verschiedenste Situationen simuliert, die bei einer Jagd vorkommen können – nur eben mit Dummys statt echtem Wild. Dummys “fliegen” durch die Luft, die Hunde müssen sich mehrere Fallstellen merken, bei Verlorensuchen und Buschieren ihre feine Nase einsetzen und sich beim Einweisen von ihrem Hundeführer per Handzeichen und Pfiff in verschiedene Richtungen zur Suche schicken lassen – die Bandbreite der Aufgaben ist sehr groß.
Der besondere Reiz der Dummyarbeit liegt vor allem darin, dass zwischen Hund und Hundeführer eine große Vertrauensbasis entstehen muss, um erfolgreich zu arbeiten. Der Hund arbeitet zum Teil in großer Entfernung vom Hundeführer, muss einerseits viel selbständiges Arbeiten zeigen, andererseits aber immer durch den Hundeführer ansprechbar und lenkbar sein. Darüber hinaus gibt es beim Dummytraining eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Aufgaben. Auch wenn der Grundstein in den sogenannten “drei Apporten” liegt (Markierung, Einweisen, Suche) so gibt es unendlich viele Variations- und Kombinationsmöglichkeiten. Es bleibt also immer spannend und abwechslungsreich.

Dummytraining mit Spaniels
Beim „typischen“ Hund fürs Dummytraining denkt der eine oder andere vielleicht nicht sofort an einen Spaniel, sondern eher an einen Retriever. Das liegt sicherlich vor allem daran, dass die Dummyarbeit in der Retriever-Szene schon seit langem betrieben wird und weit verbreitet ist. Retriever sind absolute Spezialisten wenn es ums Apportieren und die Arbeit nach dem Schuss geht.
Allerdings ist die Dummyarbeit auch für alle anderen Jagdhunderassen eine tolle Beschäftigung – gerade auch speziell für alle Spaniel Rassen. Dummytraining bietet eine gute Möglichkeit die Hunde artgerecht, das heisst gemäß ihrer natürlichen Anlagen, zu beschäftigen. Wer einmal einen Spaniel beim Buschieren oder der Verlorensuche nach Dummys gesehen hat, dem wird schnell klar: Hier tut ein Hund genau das, wofür er ursprünglic
h einmal gezüchtet wurde.